Zahlen der Amadeu-Antonio-Stiftung
 

182 Todesopfer durch rechte Gewalt in Deutschland

Opfer rechter Gewalt seit 1990

1. Mahmud Azhar, pakistanischer Doktorand, wurde am 7. Januar 1990 bei der Freien Universität Berlin rassistisch beschimpft und geschlagen. Am 6. März erlag er seinen Verletzungen.

2. Andrzej Fratczak wurde am 7. Oktober 1990 von Jugendlichen vor einem Nachtclub in Lübbenau totgeschlagen.

3. Amadeu Antonio Kiowa, 28 (A), wurde am 25. November 1990 in Eberswalde beim Angriff von 50 Rechtsextremisten mit Knüppeln ins Koma geprügelt. Er starb elf Tage später.

4. Klaus-Dieter Reichert, 24, wurde am 11. Dezember 1990 in seiner Wohnung in Berlin-Lichtenberg von Skinheads zusammengeschlagen. In Panik sprang er aus dem Fenster, fiel zehn Stockwerke tief und starb.

5. Nihad Yusufoglu, 17, wurde am 28. Dezember 1990 in Hachenburg von einem gleichaltrigen Skinhead mit einem Messerstich ins Herz getötet.

6. Obdachloser, 31, wurde am 31. Dezember 1990 in Flensburg von jugendlichen Skinheads zusammengeschlagen und -getreten. Er starb sechs Tage später an seinen Verletzungen.

7. Alexander Selchow, 21, wurde am 31. Dezember 1990 in Rosdorf von zwei 18-jährigen Skinheads, die der Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei angehörten, mit mehreren Messerstichen schwer verletzt. Er starb an den Folgen des Angriffs.

8. Jorge João Gomondai, 28 (A), wurde am 31. März 1991 in Dresden während einer Auseinandersetzung mit Skinheads aus einer fahrenden Straßenbahn gestoßen und starb.

9. Matthias Knabe, 23 , wurde bei Gifhorn von 15 Rechtsextremen am 8. Mai 1991 angegriffen. Sie trieben sie den Punk auf die Bundesstraße, wo er von einem Auto erfasst wurde. Er erlitt Hirnverletzungen, die am 4. März 1992 zu seinem Tod führten.

10. Helmut Leja, 39, wurde am 4. Juni 1991 in Gifhorn-Kästorf (Niedersachsen) von einem Skinhead erstochen.

11. Agostinho Comboio, 34 (A), wurde am 15. Juni 1991 in Friedrichshafen von Rechtsextremen erstochen.

12. Samuel Kofi Yeboah, 27 (A), starb am 19. September 1991 bei einem Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Saarlouis (Saarland).

13. Gerd Himmstädt, 30, wurde am 1. Dezember 1991 in Hohenselchow von sieben Jugendlichen mit Baseballschlägern zusammengeschlagen. Die Täter gehören nach eigenem Bekunden „dem Kern der rechten Szene an“. Gerd Himmstädt verstarb am 3. Dezember 1991.

14. Timo Kählke, 29 (A), wurde am 12. Dezember 1991 in Meuro (Brandenburg) von Mitgliedern einer „Wehrsportgruppe“ erschossen, als sie sein Auto für einen Überfall stehlen wollten.

15. 18-Jähriger wurde am 05. Januar 1992 in Gransee von 15 Neonazis erschlagen.

16. - 18. Eine dreiköpfige Familie aus Sri Lanka starb am 31. Januar 1992 beim Brandanschlag auf dieFlüchtlingsunterkunft in Lampertheim (Hessen).

19. Dragomir Christinel, 18 (A), wurde am 15. März 1992 bei einem Überfall von 25 Skinheads auf ein Asylbewerberheim in Saal (Mecklenburg-Vorpommern) zu Tode geprügelt.

20. Gustav Schneeclaus, 52 (A), bezeichnete Hitler als „großen Verbrecher“. Skinheads misshandelten ihn 18. März 1992 in Buxtehude (Niedersachsen) so schwer, dass später starb.

21. Ingo Finnern, 31 Jahre (A), wurde von einem Skinhead am 19. März 1992 in Flensburg ins Hafenbecken gestoßen, nachdem er sich als Sinto zu erkennen gegeben hatte. Er ertrank.

22. Erich Bosse kam am 4. April 1992 bei einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Hörstel (Nordrhein-Westfalen) ums Leben.

23. Nguyen Van Tu, 24 (A), wollte am 24. April 1992 zwei vietnamesischen Freunden helfen, die in Berlin-Marzahn von einer Gruppe rechter Jugendlicher verprügelt wurden. Er wurde von ihnen mit einem Messer erstochen.

24. Thorsten Lamprecht, 23 (A), wurde am 9. Mai 1992 in Magdeburg bei einem Überfall von 60 Skinheads auf eine Punk-Fete mit Baseballschlägern angegriffen. Er erlag seinen Verletzungen am 11. Mai 1992.

25. Emil Wendtland, 50, wurde am 1. Juli 1992 von drei Skinheads, die sich zum „Penner klatschen“ verabredet hatten, im Rosengarten von Neuruppin (Brandenburg) erstochen.

26. Sadri Berisha, 56 (A), Kosovo-Albaner, wurde von Skinheads in Ostfildern-Kemnat (Baden-Württemberg) erschlagen.

27. Dieter Klaus Klein, 49, hatte sich über „Sieg Heil“-Rufe beschwert. Er wurde er am 1. August 1992 im Park von Bad Breisig (Rheinland-Pfalz) von Skinheads getreten und erstochen.

28. Ireneusz Szyderski, 24 , kam am 3. August 1992 in Stotternheim (Thüringen) aus der Disko. Drei Ordner, die der Skinheadszene angehörten, verprügelten ihn so schwer, dass er an den Verletzungen starb.

29. Frank Bönisch, 35, starb am 24. August 1992, als ein 23-jähriger Skinhead auf dem Zentralplatz in Koblenz aus seiner Handfeuerwaffe auf eine Gruppe Obdachloser, Punks und Drogenabhängiger schoss.

30. Günter Heinrich Hermann Schwannecke, 58, wurde auf einer Parkbank in Berlin-Charlottenburg von einem Mitglied des Ku-Klux-Klan mit einem Baseballschläger zusammengeschlagen. Er erlag am 5. September 1992 seinen Verletzungen.

31. Waltraud Scheffler (A), versuchte, bei einem Überfall von Neonazis auf ein Lokal in Geierswalde (Sachsen) am 11. Oktober 1992 auf die mit “Sieg Heil“-Rufen Eindringenden einzureden und wurde mit einer Holzlatte auf den Kopf geschlagen. An ihren schweren Verletzungen starb sie zwölf Tage später.

32. Rolf Schulze, 52 (A) wurde am 7. November 1992 bei Lehnin (Brandenburg) von zwei Skinheads mit einer Propangasflasche verprügelt und mehrmals in den Kölpinsee untergetaucht.

33. Karl-Hans Rohn, 53 (A), wurde am 13. November 1992 in Wuppertal in einem Lokal von zwei Rechtsextremisten geschlagen, angezündet und erstickt, nachdem er sich als Jude ausgegeben hatte.

34. Alfred Salomon, 92 , ein Holocaustüberlebender wurde am 21. November 1992 in einem Altenheim in Wülfrath (Nordrhein-Westfalen) von einem Oberführer in der Organisation „Todt“ wegen seiner jüdischen Herkunft beschimpft. Er starb an einem Herzinfakt nach dem ihn der Täter mehrmals schlug.

35. Silvio Meier, 27 Jahre (A), gehörte einer Gruppe Linker an, die am 21. November 1992 in Berlin in Streit mit Neonazis gerieten. Er wurde mit Messerstichen in die Lunge getötet.

36. Bahide Arslan (A),

37. Ayse Yilmaz (A)

38. Yeliz Arslan, 10 (A) Alle drei verbrannten am 23. November 1992 in Mölln (Schleswig-Holstein) bei einem von Neonazis verübten Brandanschlag auf ihr Haus.

39. Bruno Kappi, 55, wurde am 15. Dezember 1992 vor einem Kaufhaus in Siegen von Neonazis zusammengeschlagen. Sie ließen ihn sterbend liegen.

40. Hans-Jochen Lommatsch, 51, wurde am 18. Dezember 1992 in Oranienburg von Skinheads erschlagen.

41. Sahin Calisir, 20 Jahre, wurde am 27. Dezember 1992 auf der Autobahn bei Meerbusch von einem Rechtsradikalen mit dem Auto verfolgt. Aus Angst verließ er seinen Wagen, wurde von einem vorbeifahrenden Auto überfahren und starb.

42. Karl Sidon, 45 (A), geriet am 18. Januar 1993 in Arnstadt (Thüringen) mit rechten Jugendlichen in einen Streit, und wurde bewusstlos geschlagen. Danach zogen ihn die Jugendlichen auf die Straße, wo er überfahren wurde.

43. Mario Jödecke, 23, wurde bei einer Schlägerei zwischen Punks und rechten Heavy Metal Fans am 24. Januar 1993 in Schlotheim (Thüringen) von einem 17-jährigen Skinhead durch einen Messerstich ins Herz getötet.

44. Mike Zerna, 22 (A),wurde am 19. Februar 1993 in Hoyerswerda (Sachsen) beim Überfall von Skinheads auf linke Musiker zusammengeschlagen. Er starb sechs Tage später.

45. Mustafa Demiral, 56 (A), wurde am 9. März 1993 in Mülheim/Ruhr (Nordrhein-Westfalen) Deutschen rassistisch angepöbelt. Als er sich zur Wehr setzte, zielten sie mit einer Gaspistole auf seinen Kopf. Er erlitt einen Herzanfall.

46. Hans-Peter Zarse, 18, Skinhead stritt am 12. März 1993 mit einem Freund bei Uelzen (Niedersachsen). Der fühlte sich in seiner „Ehre beeinträchtigt“ und erstach den 18-Jährigen.

47. Matthias Lüders, 23, wurde bei einem Überfall von 40 Skinheads auf eine Diskothek in Obhausen (Sachsen-Anhalt) am 24. April 1993 zusammengeschlagen. Er erlag seinen Verletzungen.

48. Belaid Baylal, 42, starb am 4. November 2000 an den Folgen eines Angriffs von Skinheads am 8. Mai 1993 in einer Gaststätte in Belzig (Brandenburg).

49. Jeff Dominiak, 25 Jahre, wurde am 26. Mai 1993 bei Waldeck von einem betrunkenem 17-jährigen Neonazi mit einem gestohlenen Auto überfahren.

50. Gürsün Inçe, 27 Jahre (A)

51. Hatice Genç, 18 Jahre (A)52. Hülya Genç, 9 Jahre (A)

53. Saime Genç, 4 Jahre (A) Sie starben am 29. Mai 1993 bei einem Brandanschlag auf das von der Familie Genç bewohnte Haus in Solingen (Nordrhein-Westfalen).

55. Horst Hennersdorf, 37, wurde am 5. Juni 1993 in Fürstenwalde (Brandenburg) von zwei jungen Rechtsextremisten zu Tode gequält. Mehrere Zeugen beobachteten die Tat.

56. Obdachloser, 33 Jahre (A), wurde am 16. Juli 1993 in Marl (Nordrhein-Westfalen) als „Judensau“ beschimpft und von einem Skinhead mit Schlägen und Tritten bewusstlos geschlagen. Er starb drei Monate später.

57. Hans-Georg Jakobson, 35 Jahre, schlief am 28. Juli 1993 als er von drei rechten Skinheads in einer S-Bahn nahe Strausberg (Brandenburg) geschlagen und getreten wurde. Anschließend warfen sie ihn aus der fahrenden S-Bahn.

58. Bakary Singateh, 19, wurde am 7. Dezember 1993 im Eilzug von Hamburg nach Buchholz (Niedersachsen) von einem 54-jährigen Deutschen durch einen Messerstich tödlich verletzt.

59. Ali Bayram, 50, wurde am 18. Februar 1994 in seiner Wohnung in Darmstadt von seinem Nachbarn, einem Neonazi, erschossen.

60. Eberhart Tennstedt, 43, wurde am 5. April 1994 in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) von einer Clique im Alter von 21 bis 23 Jahren geschlagen und mit Schüssen aus einer Gaspistole in einen Fluss getrieben, wo er ertrank.

61. Klaus R., 43, geriet am 28. Mai 1994 mit einer Gruppe von sechs Skinheads, die eine Wohnung in einem Mietshaus in Leipzig (Sachsen) besetzt hatten, in einen Streit und wurde von diesen zu Tode geprügelt.

62. Beate Fischer, 32, wurde am 23. Juli 1994 von drei Skinheads vergewaltigt, erwürgt und vor Mülltonnen in Berlin-Reinickendorf gelegt.

63. Jan W., 45, wurde am 26. Juli 1994 von einer Gruppe junger Deutscher in die Berliner Spree getrieben, gewaltsam daran gehindert ans Ufer zurückzuschwimmen und ertrank.

64. Gunter Marx, 42, wurde am 6. August 1994 in Velten (Brandenburg) von einer Gruppe von Rechten vom Fahrrad getreten und mit einem Schraubenschlüssel erschlagen.

65. Piotr Kania, 18 Jahre, stritt am 6. November 1994 auf dem Bahnhof von Rotenburg/Fulda (Hessen) mit Bundeswehrrekruten. Nach Zeugenaussagen war einer der Soldaten eindeutig als Rechter erkennbar, weswegen ihn Kania als „Nazischwein“ bezeichnete. Der Rekrut rammte ihm einen Dolch ins Herz.

66. Michael Gäbler, 18, stritt am 20. November 1994 in einem Jugendklub in Zittau (Sachsen) und wurde von einem Neonazi erstochen.

67. Horst Pulter, 65, wurde im Februar 1995 auf einer Parkbank im Stadtpark von Velbert (Nordrhein-Westfalen) von sieben rechtsextremistischen Jugendlichen durch Tritte verletzt und erstochen.

68. Peter T., 24 , (A), wurde am 25. Mai 1995 bei einem Ausflug an einen Stausee bei Hohenstein/Ernstthal (Sachsen) von etwa zwanzig Skinheads zusammengeschlagen. Er starb neun Tage später.

69. Dagmar Kohlmann, 25, wurde am 16. Juli 1995 in Altena (Nordrhein-Westfalen) vom vorbestraften und per Haftbefehl gesuchten Neonazi Thomas Lemke und seiner Freundin stundenlang auf das Schwerste misshandelt und nach ihrem gewaltsamen Tod in einem Wald verscharrt.

70. Klaus-Peter Beer, 48, wurde in der Nacht zum 7. September 1995 von zwei Skinheads in Amberg (Bayern) in die Vils geworfen und ertrank.

71. Maiamba Bunga

72. Nsuzana Bunga

73. Françoise Makodila

74. Christine Makodila

75. Miya Makodila

76. Christelle Makodila

77. Legrand Makodila

78. Jean-Daniel Makodila

79. Rabia El Omari

80. Sylvio Amoussou. Alle zehn verbrannten in der Nacht zum 18. Januar 1996 beim Anschlag auf ein Flüchtlingsheim in Lübeck.

81. Patricia Wright, 23 (A), wurde am 3. Februar 1996 in Bergisch Gladbach von dem Neonazi Thomas Lemke misshandelt, vergewaltigt und anschließend erstochen.

82. Sven Beuter, 23 (A), wurde am 15. Februar 1996 in Brandenburg/Havel von einem Skinhead so schwer verprügelt, dass er fünf Tage später starb.

83. Martin Kemming, 26 (A), Aussteiger aus der rechten Szene wurde am 15. März 1996 in Dorsten-Rhade (Nordrhein-Westfalen) von dem Neonazi Thomas Lemke erschossen.

84. Bernd G., 43, wurde am 8. Mai 1996 in Leipzig-Wahren nach einer Zechtour mit Rechtsextremisten von ihnen zusammengeschlagen und erstochen.

85. Boris Morawek, 26, wurde am 11. Juli 1996 auf einem Platz in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) von zwei Skinheads mit Tritten und Schlägen traktiert, weil er als „Kinderschänder keine Rechte mehr habe“.

86. Werner Weickum, 44, wurde am 19. Juli 1996 am Bahnhof von Eppingen (Baden-Württemberg) von einer rechtsgerichteten Jugendbande überfallen, ausgeraubt und zu Tode geprügelt.

87. Andreas Götz, 34, starb an den Folgen eines Überfalls durch sechs rechte Jugendliche am 1. August 1996 in Eisenhüttenstadt (Brandenburg).

88. Achmed Bachir, 30, wurde am 23. November 1996 in Leipzig mit einem Messerstich ins Herz getötet, als er zwei deutschen Kolleginnen zu Hilfe kommen wollte, die von zwei Skinheads attackiert worden waren.

89. Phan Van Toau, 42, wurde am 31. Januar 1997 am Bahnhof Fredersdorf (Brandenburg) von einem 30-Jährigen und einem 36-Jährigen auf Grund ihres Ausländerhasses mehrfach geschlagen und mit dem Kopf auf den Betonboden geworfen.

90. Frank Böttcher, 17 (A), wurde am 8. Februar 1997 in Magdeburg von einem Gleichaltrigen mit Springerstiefeln getreten. Anschließend stach dieser dem am Boden Liegenden mit einem Butterfly-Messer mehrfach in den Rücken.

91. Antonio Melis, 37, wurde am 13. Februar 1997 in Caputh (Brandenburg) von einem 18-Jährigen und einem 25-Jährigen mit Schlägen und Tritten schwer misshandelt und anschließend von dem 18-Jährigen in der Havel ertränkt. Zeugen berichteten von rassistischen Äußerungen gegenüber dem Opfer.

92. Stefan Grage, (A), wurde am 23. Februar 1997 auf dem Autobahn-Parkplatz Roseburg (Schleswig-Holstein) vom flüchtigen Rechtsextremisten Kai Diesner erschossen.

93. Olaf Schmidke

94. Chris Danneil stachen vier Rechtsextreme am 17. April 1997 in Berlin-Treptow nieder. Täter sowie Opfer gehörten der rechtsextremen Szene an.

95. Horst Gens, 50, wurde am 22. April 1997 in Sassnitz (Mecklenburg-Vorpommern) von vier jungen Männern entführt, geschlagen und in einen Straßengraben geworfen. Die Täter kamen später zurück und erschlugen ihn mit einem 30 Kilogramm schweren Stein.

96. Augustin Blotzki, 59 (A) wurde am 8. Mai 1997 in Königs-Wusterhausen (Brandenburg) von einer Gruppe junger Rechtsextremisten in seiner Wohnung überfallen und zu Tode geprügelt.

97. Matthias S., 39, erstach ein Skinhead am 23. September 1997 in Cottbus, nachdem er diesen als „Nazisau“ beschimpft hatte.

98. Erich Fisk wachte nach einem Überfall am 23. September 1997 in Angermünde (Brandenburg) nicht mehr aus dem Koma auf.

99. Georg V., 46, wurde am 27. September 1997 vom selben Skinhead, der vier Tage zuvor Matthias S. erstochen hatte, in Cottbus wegen geringfügiger Geldschulden getötet.

100. Josef Anton Gera, 59, wurde am 14. Oktober 1997 wurden ihm in Bochum von zwei 26- und 34-jährigen rechten Skinheads schwere innere Verletzungen mit einem Stahlrohr zugefügt, denen er am 17. Oktober 1997 erlag. Nach Angaben der beiden Täter hatte ihnen das spätere Opfer sexuelle Avancen gemacht.

101. Jana Georgi, 14, wurde am 26. März 1998 in Saalfeld (Thüringen) auf offener Straße von einem rechtsgerichteten 15-Jährigen erstochen, den sie zuvor als „Fascho“ bezeichnet hatte.

102. Nuno Lourenco, Zimmermann (RT) (A), wurde im Juli 1998 von acht rechtsgerichteten Männern zwischen 18 und 20 Jahren in Leipzig (Sachsen) zusammengeschlagen. Er starb am 29. Dezember 1998 in Portugal an den Folgen der Verletzungen.

103. Farid Guendoul (alias Omar Ben Noui), 28, Asylbewerber (RT) (A), wurde in der Nacht zum 13. Februar 1999 in Guben (Brandenburg) von einer Gruppe junger Rechtsextremisten gejagt. Auf der Flucht trat er eine Glastür ein, wobei er sich tödliche Verletzungen zuzog.

104. Egon Efferts, 58, Frührentner, wurde am 17. März 1999 in Duisburg (Nordrhein-Westfalen) von drei bekennenden rechten Skinheads "aus purer Lust auf Menschenjagd" totgetreten.

105. Peter Deutschmann, 44, Obdachloser (RT und HM) (A), wurde am 9. August 1999 in Eschede (Niedersachsen) von einem 17-Jährigen und einem 18-Jährigen totgetreten, nachdem er sie mehrmals aufgefordert hatte, ""den Scheiß mit dem Skinhead-Gehabe zu lassen".

106. Carlos Fernando, 35 (RT) Der Mosambikaner wurde am 15. August 1999 in Kolbermoor (Bayern) von einem 31-jährigen Mann totgeprügelt, der sich zuvor darüber aufgeregt hatte, dass das Auto seiner Freundin von Afrikanern zugeparkt worden war.

107. Patrick Thürmer, 17, Lehrling. In der Nacht zum 2. Oktober 1999 griffen rechte Skinheads ein Punkfestival in Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) an. Thürmer und einem Freund gelang es zunächst, zu einem Bauernhof zu flüchten. Dort wurde er von drei Skinheads, die ihn verfolgt hatten, mit Fußtritten, einer Axt und einem Billardqueue bewusstlos geprügelt. Am Morgen darauf fanden ihn Anwohner. Er starb wenige Stunden später im Krankenhaus.

108. Kurt Schneider, 38, Sozialhilfeempfänger (HM), wird in der Nacht zum 6. Oktober 1999 von vier Skinheads in Berlin-Lichtenberg zu Tode gequält.

109. Hans-Werner Gärtner, 37, wird am 8. Oktober 1999 Löbejün (Sachsen-Anhalt) aufgrund seiner geistigen Behinderungen Opfer dreier Erwachsener im Alter von 25 bis 27 Jahren. Die Täter schlugen und misshandelten ihr Opfer so sehr, dass Gärtner seinen schweren Verletzungen erlag.

110. Daniela Peyerl, 18

111. Karl-Heinz Lietz, 54

112. Horst Zillenbiller, 60

113. Ruth Zillenbiller, 59. Alle vier wurden am 1. November 1999 vom 16-jährigen Martin Peyerl, dem Bruder Daniela Peyerls, in Bad Reichenhall (Bayern) erschossen. Der Täter, der über eine rechtsextreme und gewaltverherrlichene Einstellung verfügte, tötete sich anschließend selbst.

114. Jörg D., 39, wurde am 29. Dezember 1999 in Halle-Neustadt von drei Männern, einer davon ein bekennender Neonazi, aufgrund seiner geistigen Behinderungen ermordet. Die Täter traten ihn mit Springerstiefeln ins Gesicht, nachdem sie in seiner Geldbörse lediglich etwas Kleingeld fanden. Er starb später an den Folgen der Tat.

115. Bernd Schmidt, 52, obdachloser Glasdesigner, wurde in seiner Baracke in Weißwasser (Sachsen) von zwei 15-jährigen und einem 16-jährigen Jugendlichen über einen Zeitraum von drei Tagen zu Tode geprügelt. Sie wollten 900 DM für ein Moped erpressen, doch Bernd Schmidt konnte diese nicht zahlen. Er starb am 31. Januar 2000 an Hirnblutungen und einer Lungenentzündung, die er sich durch das Einatmen von Blut zugezogen hatte.

116. Helmut Sackers, 60, wurde am 29. April 2000 von einem Neonazi im Treppenhaus eines Plattenbaus in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) erstochen, weil er sich über das laute Abspielen von Nazimusik, unter anderem des Horst-Wessel-Liedes, beschwert und die Polizei verständigt hatte.

117. Dieter Eich, Sozialhilfeempfänger, wurde am 25. Mai 2000 von vier rechten Jugendlichen, die "einen Asi klatschen" wollten, in seiner Wohnung in Berlin-Pankow zusammengeschlagen und erstochen.

118. Falko Lüdtke, 22, wurde am 31. Mai 2000 in Eberswalde (Brandenburg) von einem Angehörigen der rechten Szene vor ein Taxi gestoßen und überfahren.

119. Alberto Adriano, 39 (A), wurde am 11. Juni 2000 in der Nähe des Stadtparks in Dessau (Sachsen-Anhalt) von drei rechten Jugendlichen bewusstlos geschlagen und getreten, in den Park geschleift und weiter geschlagen, bis die Polizei kam. Drei Tage später starb er an seinen Verletzungen.

120. Thomas Goretzky, 35, Polizist,

121. Yvonne Hachtkemper, 34, Polizistin

122. Matthias Larisch von Woitowitz, 35, Polizist. Alle drei wurden am 14. Juni 2000 von dem Neonazi Michael Berger in Dortmund und Waltrop erschossen. Anschließend tötete der Täter sich selbst. Der im Auto sitzende Täter eröffnete während einer Kontrolle plötzlich das Feuer, tötete Goretzky und auf der Flucht Hachtkemper und von Woitowitz. In seiner Wohnung fand die Polizei später weitere Schusswaffen und Mitgliedsausweise der DVU und Republikaner.

123. Klaus-Dieter Gerecke, Obdachloser (HM), wurde in der Nacht zum 24. Juni 2000 in Greifswald von einem der rechten Szene zuzuordnenden 21-jährigen Mann und zwei Frauen zu Tode geprügelt. Eine der Begleiterinnen hatte dem Täter zugerufen: „Da ist der Assi, klatsch ihn tot“.

124. Jürgen Seifert, 52, Obdachloser (HM), wurde am 9. Juli 2000 von fünf Rechtsextremisten in einem Abrisshaus in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) mit Schlägen und Tritten so schwer misshandelt, dass er wenig später seinen Verletzungen erlag.

125. Norbert Plath, 51, Obdachloser (RT und HM) (A), wurde am 27. Juli 2000 in Ahlbeck (Mecklenburg-Vorpommern) von vier jungen Rechtsextremisten zu Tode geprügelt, weil sie ihn für „asoziale[n] Dreck“ hielten.

126. Enver Simsek, 38, wurde am 9. September 2000 in Schlüchtern (Hessen) nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" an seinem mobilen Blumenstand mit acht Schüssen aus zwei Pistolen angeschossen. Er erlag zwei Tage später an seinen schweren Verletzungen.

127. Malte Lerch, 45, Obdachloser (RT und HM) (A), wurde in der Nacht zum 12. September 2000 in Schleswig (Schleswig-Holstein) von zwei Skinheads erschlagen, nachdem er mit ihnen auf einer Wiese gezecht hatte. Die beiden Skinheads fühlten sich beleidigt, da Malte Lerch schlecht über die Skinhead-Szene gesprochen hatte.

128. Eckhardt Rütz, 42, Obdachloser (RT und HM) (A), wurde am 25. November 2000 in Greifswald vor der Mensa der Universität von drei rechten Skinheads getreten und mit Baumstützpfählen zusammengeschlagen, weil "so einer wie Rütz dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche liegt". Eckhardt Rütz starb an seinen schweren Kopfverletzungen.

129. Willi Worg, 38, wurde am 25. März 2001 in Milzau (Sachsen-Anhalt) von fünf Männern, von denen mindestens drei zur rechten Szene gehörten, vor einer Diskothek zusammengeschlagen und getreten. Drei Tage später erlag er seinen Verletzungen.

130. Fred Blanke, 51, Frührentner, wurde am 26. März 2001 in seiner Wohnung in Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern) von zwei jungen Männern der rechten Szene getreten und mit Stuhlbeinen und Faustschlägen geschlagen. Die beiden waren auf Zechtour und benötigten Geld, doch Fred Blanke hatte sich geweigert, den ihm flüchtig bekannten Angreifern Geld zu geben. Er starb an Gehirnblutungen.

131. Mohammed Belhadj, 31, Asylbewerber, wurde am 22. April 2001 nahe Jarmen (Mecklenburg-Vorpommern) von vier Männern mit rassistischer Gesinnung umgebracht. Zuvor hatten sie Belhadj auf Haschisch angesprochen und in ihr Auto steigen lassen. Kurz darauf kam es zu einem Streit, weil er ihnen keine Drogen besorgen konnte. Im Auto und an einem nahegelegenen Kiessee wurde er geschlagen und getreten, ehe er gezwungen wurde, ins Wasser zu gehen. Im Wasser kniend wurde ihm schließlich ein schwerer Stein an den Kopf geworfen, woraufhin er ins Wasser fiel und ertrank.

132. Abdurrahim Özüdogru, 49, wurde am 13. Juni 2001 in Nürnberg-Langwasser (Bayern) nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" mit zwei Kopfschüssen aus einer Pistole in seiner Änderungsschneiderei ermordet.

133. Süleyman Tasköprü, 31, wurde am 27. Juni 2001 in Hamburg-Bahrenfeld nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" mit drei Kopfschüssen aus zwei Pistolen im Obst- und Gemüseladen seines Vaters erschossen. Einen Tag später wurde er von seinem Vater tot aufgefunden.

134. Klaus-Dieter Harms, 61 (HM), wurde am 9. August 2001 von zwei Männern in seiner Wohnung in Wittenberge (Brandenburg) zu Tode geprügelt. Das Gericht stellte fest, dass die beiden Täter den gehbehinderten Alkoholiker als verachtungswürdigen Menschen betrachtet und aus „Mordlust“ gehandelt hätten.

135. Dieter Manzke, 61, Obdachloser (RT und HM) (A), wurde am 9. August 2001 von fünf jungen Männern in einem leer stehenden Gartenbungalow in Dahlewitz (Brandenburg) erschlagen, da sich die Täter "gestört fühlten" und angesichts seiner Lebensweise "Ordnung schaffen wollten".

136. Dorit Botts, 54, Ladeninhaberin, wurde am 17. August 2001 in Fulda (Hessen) in ihrem Military Shop Opfer eines 19-jährigen Neonazis. Der Täter stach dreizehn mal mit einem Messer auf sein Opfer und raubte Kleidung und Bargeld. Sie verblutete durch einen tödlichen Schnitt in den Hals. Bei der Tat des Täters handelte es sich um ein Aufnahmeritual in die "Deutsche Heidenfront", eine Thüringer Neonaziorganisation.

137. Habil Kiliç, 38, wurde am 29. August 2001 in München-Ramersdorf nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" mit zwei Kopfschüssen in seinem Obst- und Gemüseladen erschossen.

138. Arthur Lampel, 18, aus Russland stammender Aussiedler, wurde am 9. September 2001 bei einem Fest in Bräunlingen (Baden-Württemberg) von einem Skinhead ein Weizenbierglas auf den Kopf geschlagen. Ein Splitter drang in die Halsschlagader ein, woran Arthur Lampel schließlich verblutete.

139. Ingo B., 36, wurde am 6. November 2001 wurde in einer Berliner Wohnung von drei angetrunkenen Rechtsextremisten getreten, geschlagen und gewürgt, da sie angeblich 40 DM Schulden eintreiben wollten. Der herzkranke Mann starb daraufhin an einem Herzinfarkt.

140. Kajrat Batesov, 24, wurde am 4. Mai 2002 wurde zusammen mit einem Freund in Wittstock (Brandenburg) von mehreren jungen Männern mit Schlägen und Tritten traktiert. Kajrat Batesov wurde anschließend ein 18 Kilogramm schwerer Feldstein auf die Brust geworfen. Am 23. Mai 2002 erlag er schließlich seinen schweren Verletzungen. Während des Gerichtsprozesses stellte die Kammer eine „diffuse Fremdenfeindlichkeit" bei den Tätern fest.

141. Der geistig und körperlich behinderte Klaus Dieter Lehmann, 19 (HM), lud am 15. Mai 2002 zwei betrunkene rechte Skinheads in sein Zimmer in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) ein. Dort rissen sie Poster afroamerikanischer HipHop-Sänger von den Wänden. Danach gingen sie gemeinsam zu einem See, und da er "genervt" habe, schlugen ihn die beiden Täter zu Boden, ehe einer der Skinheads ihm mit Tritten den Kopf zertrümmerte. Klaus Lehmann starb an Hirnquetschungen.

142. Ronald Masch, 29, Dachdecker, wurde am 1. Juni 2002 in der Nähe von Neu Mahlisch (Brandenburg) von vier Rechtsextremisten überfallen, die den Betrunkenen ausrauben wollten. Sie schlugen ihn zusammen, einer der Täter stach etwa vierzigmal in Niere, Brustkorb und Hals. Der Fahrer eines Mähdreschers fand die Leiche elf Tage später.

143. Marinus Schöberl, 17 (RT) (A), wurde wurde am 12. Juli 2002 von drei Rechtsextremisten in einer Wohnung in Potzlow (Brandenburg) auf das Schwerste erniedrigt und misshandelt. Anschließend wurde er zu einem Schweinestall gebracht und weitermalträtiert. Nach stundenlanger Quälerei wurde er schließlich am Morgen des 13. Juli mit einem „Bordsteinkick“ ermordet. Seine Leiche wurde im November 2002 in einer Jauchegrube gefunden. Die beiden 17-jährigen und der 23-jährige Täter hatten Schöberl für "minderwertig" gehalten, weil er Sprachschwierigkeiten hatte und mit seinem HipHop-Outfit nicht ihrem Geschmack entsprach.

144. Ahmet Sarlak, 19, Lehrling , wurde am 9. August 2002 auf einem Volksfest in Sulzbach (Saarland) von einem Rechtsextremisten mit fünf Messerstichen in Bauch und Brust verletzt, nachdem er ihn versehentlich mit einer weggeschnippten Zigarettenkippe getroffen hatte. Sarlak starb einen Tag später an seinen schweren Verletzungen.

145. Hartmut Balzke, 48, hatte am 25. Januar 2003 seinen Sohn zu einer Punk-Party in Erfurt (Thüringen) begleitet. Als er mit einer Gruppe Punks auf der Straße stand, wurden sie überraschend von einer Gruppe Rechtsextremer angegriffen. Zeugen fanden einen Punk und Hartmut Balzke mit schweren Kopfverletzungen auf der Straße liegend. Er erlag am 27. Januar 2003 seinen Verletzungen.

146. Andreas Oertel, 40, wurde Opfer einer Gruppe zweier Erwachsener (26 und 29) und zweier Jugendlicher im Alter von 15 bis 17 Jahren, die ihr Opfer aufgrund seiner geistigen Behinderung und homosexuellen Orientierung ermordeten. Oertel starb an den Folgen schwerer Schläge und Tritte gegen seinen Kopf am 21. März 2003 in seiner Wohnung in Naumburg (Sachsen-Anhalt).

147. Enrico Schreiber, 25. Der Punk wurde in der Nacht zum 29. März 2003 in einer Wohnung in einer Plattenbausiedlung in Frankfurt/Oder (Brandenburg) von drei rechtsgesinnten Männern so schwer misshandelt, dass er im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

148. Günter T., 35, war am 20. April 2003 in Riesa (Sachsen) in einem Jugendhaus über mehrere Stunden Misshandlungen ausgesetzt. Er starb später an schweren Kopfverletzungen. Die vier Täter (29 bis 36 Jahre alt) verurteilte das Gericht wegen Totschlags und kritisierte zugleich das ganze Dorf Stauchitz, das dem Tod von Günter T. kaum Beachtung schenkte.

149. Gerhard Fischhöder, 49, wurde am 10. Juli 2003 in einer Obdachlosenunterkunft in Scharnebeck bei Lüneburg (Niedersachsen) von einem 38 Jahre alten Mann mit Tritten zu Tode getreten. Bereits vorher pöbelten Neonazis vor dem Obdachlosenheim und wendeten Gewalt gegen die Obdachlosen an.

150. Hartmut Nickel, 61

151. Mechthild Bucksteeg, 53

152. Alja Nickel, 26. Am 7. Oktober 2003 fuhr der 45-jährige Neonazi Thomas Adolf zusammen mit seiner 19-jährigen Freundin Jennifer D. zum Haus des Rechtsanwalts Hartmut Nickel in Overath (Nordrhein-Westfalen). Dort erschoss er zuerst Nickels Ehefrau Mechthild, dann fesselte D. den Rechtsanwalt und seine Tochter Alja, ehe Adolf sie durch Kopfschüsse aus nächster Nähe tötete. Im Gerichtsverfahren beschrieb der Täter sich selbst als "engagiertes Mitglied der Nazi-Szene". Weiterhin äußerte er rechtsextreme Hasstiraden gegen "das deutsche Rechtswesen" und meinte: "Alle Juristen müssen vernichtet werden." Die Morde nannte er eine "von mir selbst durchgeführte Maßnahme zur Gesundung des deutschen Volkes", die "mehr als notwendig" gewesen sei.

153. Petros C., 22

154. Stefanos C., 23. Beide starben am 6.12.2003 nach einem Brandanschlag eines 22 Jahre alten Mannes aus Kandel (Rheinland-Pfalz) auf ein Haus, indem mehrheitlich Migrantinnen und Migranten wohnten. Der Täter betrank sich vor der Tat mit befreundeten Neonazis des "Nationalen Widerstands Kandel".

155. Viktor Filimonov, 15

156. Aleksander S., 17

157. Waldemar I., 16. Die drei jungen Aussiedler wurden in der Nacht zum 20. Dezember 2003 in Heidenheim (Baden-Württemberg) von einem 17-jährigen, der Skinheadszene zuzurechnenden Jugendlichen erstochen. Der Täter wollte in eine Diskothek, hatte dort jedoch wegen einer vorherigen Prügelei bereits Hausverbot. Vor dem Lokal kam es zu einer Auseinandersetzung mit den Opfern, in deren Verlauf die drei Jugendlichen tödlich verletzt wurden.

158. Oleg V., 27, wurde in der Nacht zum 21. Januar 2004 in Gera/Bieblach-Ost (Thüringen) von drei der Skinheadszene zuzurechnenden Jugendlichen mit Schlägen, Tritten und Messerstichen traktiert, so dass er schließlich an seinen schweren Verletzungen starb.

159. Martin Görges, 46, Obdachloser, wurde am 30. Januar 2004 Opfer zweier junger Neonazis in Burg (Sachsen-Anhalt). Die beiden Täter im Alter von 16 und 22 Jahren schlugen ihr Opfer vor einer Diskothek zusammen, nachdem sie ihn daran hinderten mit ihrer Mutter zu tanzen und erfuhren, dass er wegen Kindesmissbrauch eine Haftstrafe abgesessen habe. Anschließend töteten die beiden Neonazis Görges durch Fußtritte auf seinen Hinterkopf auf einer Bordsteinkante. Diesen "Bordsteinkick" entnahmen sie aus einer Szene des amerikanischen Films "American History X".

160. Yunus Turgut, 25, wurde am 25. Februar 2004 in Rostock nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" mit einem Kopfschuss in einem Imbissstand erschossen.

161. Oury Jalloh, 21, starb am 7. Januar 2005 in einer Zelle des Polizeireviers Dessau (Sachsen-Anhalt). Der Asylbewerber aus Sierra Leone kam unter bis heute nicht genau aufgeklärten Umständen während eines Brandes ums Leben. Zum Zeitpunkt seines Todes war der Bürgerkriegsflüchtling mit ausgestreckten Armen und Beinen auf einer Matratze liegend angebunden. Nachdem die Matratze aus schwer entflammbarem Material aus ungeklärter Ursache in Flammen aufgegegangen war, verstarb der Gefangene an einem Hitzeschock. Während die Polizei von einem Freitod sprach, kamen im Laufe der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zahlreiche Widersprüche zutage, die zumindest unterlassene Hilfeleistung der diensthabenden Polizisten wahrscheinlich machen. Der Prozess wird wieder neu aufgenommen.

162. Thomas Schulz, 32, wurde am 28. März 2005 in Dortmund von einem 17-jährigen Neonazi erstochen. Zuvor hatte es eine verbale Auseinandersetzung zwischen dem Punk , dem Neonazi und seiner 16-jährige Freundin gegeben. Nach einer verbalen Auseinandersetzung zog der Neonazi ein Messer und stach auf das Opfer ein. Thomas Schulz verstarb noch am selben Abend im Krankenhaus.

163. Ein 44-jährige Mann wurde am 1. Juli 2005 in Essen von zwei 15 und 17 Jahre alten Neonazis zu Tode geprügelt. Die beiden Brüder waren bereits zuvor wegen diverser Gewalt- und Vermögensdelikte auffällig geworden.

164. Ismail Yasar, 50, wurde am 9. Juni 2005 nach aktuellem Kenntnisstand in Nürnberg von der terroristischen Neonazivereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" mit fünf gezielten Schüssen in seinem Dönerstand ermordet.

165. Theodorus Boulgarides, 41, wurde am 15. Juni 2005 in München-Westend nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" in seinem Schlüsselladen mit einem gezielten Kopfschuss ermordet.

166. Tim Maier, 20, wurde am 26. November 2005 in Bad Buchau (Baden-Württemberg) Opfer eines Neonazis. Der Täter, ein ehemaliges NPD-Mitglied, stach mit einem Messer während eines Handgemenges auf sein Opfer ein, nachdem er zuvor mit einem weiteren Neonazi das Opfer und seine Begleiter rassistisch beschimpft hatte. In der Wohnung des 24-jährigen Täters fand die Polizei neben einer Pistole Hakenkreuzfahnen und Landser-Hefte.

167. Andreas Pietrzak, 41, Obdachloser, wurde in der Nacht vom 5. zum 6. Mai 2006 Opfer eines 19-jährigen Neonazis in Plattling (Bayern). Zunächst trank der Täter mit seinem Opfer, schlug aber dann mit einem Holzpflock und mit Tritten auf ihn ein, bis dieser bewusstlos wurde. Daraufhin raubte er Pietrzak aus und zündete ihn mit Spiritus an. Gemeinsam mit einem weiteren Bekannten hatte der Täter Pietrzak schon einmal misshandelt.

168. Mehmet Kubasik, 39 , wurde am 4. April 2006 wurde in Dortmund nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" mit mehreren Schüssen in seinem Kiosk niedergeschossen und starb an seinen schweren Verletzungen.

169. Halit Yozgat, 21, wurde am 6. April 2006 in Kassel nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" in seinem Internetcafé durch zwei gezielte Kopfschüsse ermordet.

170. Andreas F., 30, wurde nach einem Streit am Morgen des 1. Januar 2007 in Wismar von örtlichen Kameraden ermordet. Der 30-jährige Familienvater gehörte selbst der rechtsextremen Szene an.

171. Michèle Kiesewetter, 22, Polizistin, wurde am 25. April 2007 wurde die Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" mit einem Kopfschuss in ihrem Streifenwagen ermordet. Ihr zwei Jahre älterer Kollege wurde ebenfalls schwer verletzt.

172. M. S., 17, wurde in der Nacht zum 14. Juli 2007 von einem 23-jährigen mit einer Eisenstange in Brinjahe (Schleswig-Holstein) erschlagen. Das Opfer, das zuvor Kontakte zur rechten Szene hatte, wurde auf einer Feier von seinem Mörder, einem ehemaligen NPD-Mitglied und Bundeswehrsoldaten, bereits mehrfach geschlagen. Daraufhin erstattete M.S. bei zwei Polizisten Anzeige gegen Unbekannt. Auf dem Heimweg traf er erneut auf den Täter, der ein Merkblatt der Polizei zum Thema Opferschutz bei ihm fand, ihn als "Spitzel" beschimpfte und mit einer Eisenstange auf ihn einschlug.

173. Peter Siebert, 40, wurde am 26. April 2008 von einem 21-jährigen Neonazi in Memmingen (Bayern) mit einem Bajonett erstochen. Bereits zuvor hatte sich Siebert mehrmals über die rechtsextreme Musik seines Mörders beschwert. In der Tatnacht waren beide alkoholisiert und hatten erneut Streit über die zu laute Musik und die rechte Gesinnung des Mörders.

174. Bernd Köhler, 55 (A), wurde in der Nacht zum 22. Juli 2008 in Templin (Brandenburg) von zwei Rechtsextremen zunächst massiv misshandelt, gewürgt und schließlich getötet. In der Gerichtsverhandlung hielt der Richter fest, dass das neonazistische Menschenbild des Täters bei der Auswahl des als "asozial" angesehenen Opfers entscheidend war.

175. Karl-Heinz Teichmann, 59, Obdachloser, wurde am 23. Juli 2008 von einem 18-jährigen Neonazi in Leipzig mit massiven Schlägen und Tritten misshandelt. Er erlag zwei Wochen später seinen schweren körperlichen Verletzungen. Der betrunkene Täter hatte eine Mahnwache unter dem Motto "Todesstrafe für Kinderschänder" besucht und war auf dem Weg nach Hause, als er auf sein wehrloses Opfer stieß.

176. Hans-Joachim Sbrzesny, 50, wurde am 1. August 2008 vor dem Hauptbahnhof in Dessau (Sachsen-Anhalt), wo er auf einer Parkbank übernachtete, von zwei der rechtsextremen Szene nahestehenden Männern getreten und geschlagen. Außerdem prügelte einer der beiden mit einem fünf Kilogramm schweren Metall-Mülleimer so lange mit voller Wucht auf Kopf und Oberkörper des Opfers ein, bis die Täter von dessen Tod überzeugt waren. Vor Gericht zeigten beide eine „tiefe innere Miss- und Verachtung“ für ihr Opfer und ein „Gefühl der Überlegenheit“ über den Mann, der in ihren Augen ein „Penner“ und „Asozialer“ war, so der Oberstaatsanwalt.

177. Rick Langenstein, 20 (A). Der Kunststudent verweigerte am Abend des 13. August 2008 in der Nähe der Diskothek "Funpark" in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) dem gleichaltrigen, wegen Körperverletzung und Volksverhetzung vorbestraften Neonazi Bastian O. eine Zigarette. Dieser schlug und trat daraufhin sein Opfer zusammen. Die mörderische Reaktion des Täters auf eine Nichtigkeit lässt sein menschenverachtendes Weltbild erkennen. Rick L. erstickte an einer nahegelegenen Bushaltestelle an seinem eigenen Blut.

178. Marcel W., 18 , wurde am 24. August 2008 in Bernburg (Sachsen-Anhalt) über mehrere Stunden von David B. misshandelt und in Brust und Bauch gestochen, ehe er an seinen Verletzungen starb. David B. hatte Marcel W. erstmals im November 2007 zusammengeschlagen und wollte eine Zeugenaussage W.s im Prozess zur Tat verhindern. Der Täter war als rechtsextremer Gewalttäter polizeilich in Erscheinung getreten. Während des Gerichtsprozesses betonten Zeugen darüber hinaus die feste Verankerung des Täters in der Neonaziszene.

179. Marwa El-Sherbiny, 31 (A), wurde bei einer Strafverhandlung am 1. Juli 2009 im Landgericht Dresden (Sachsen), zu der sie als Zeugin geladen war, vom Angeklagten Alex W. aus antimuslimischem Rassismus heraus erstochen.

180. Sven M., 27, wurde in einem Neonazi-Hinterhofclub in Hemer (Nordrhein-Westfalen) am 14.Mai 2010 vom Betreiber des Neonazi-Clubs mit einem Jagdmesser die Kehle bis zur Wirbelsäule durchschnitten. Vier weitere Tatbeteiligte halfen dem Täter anschließend, die Leiche in einem Waldstück zu verscharren.

181. Kamal Kilade, 19, starb nach einem Angriff zweier Nazis am 24. Oktober 2010 an den Folgen eines Messerstiches in den Bauch am Leipziger Hauptbahnhof. Die beiden Täter waren zuvor mehrfach wegen Gewaltdelikten vorbestraft.

182. André K., 50, Obdachloser, wurde am 27.Mai 2011 in Oschatz (Sachsen) von drei Männern im Alter von 25 bis 36 mit Schlägen und Tritten schwer misshandelt. Er starb sechs Tage später in einem Krankenhaus in Leipzig.


 

 

Neonazi-Partei mit Schlägertrupps

In der NPD besetzen gewaltbereite Rechtsextreme bundesweit wichtige Positionen – bis hinauf in die Führungsspitze um den neuen Parteichef Holger Apfel.

        

Der Zwickauer NPD-Chef Peter Klose posierte auf Facebook schon länger als Paul Panther – ein von Rechtsextremen bislang noch nie benutztes Maskottchen. Seit plötzlich das Bekennervideo der Zwickauer Terroristen auftauchte,  in dem die rosa Comic-Figur ebenfalls eine zentrale Rolle spielt, heißt Klose auf Facebook wieder Klose, sitzt weiter im  Zwickauer Stadtrat und veröffentlicht  zu Hitlers Geburtstag  im Internet Gratulationen.
Der Zwickauer NPD-Chef Peter Klose posierte auf Facebook schon länger als Paul Panther – ein von Rechtsextremen bislang noch nie benutztes Maskottchen. Seit plötzlich das Bekennervideo der Zwickauer Terroristen auftauchte, in dem die rosa Comic-Figur ebenfalls eine zentrale Rolle spielt, heißt Klose auf Facebook wieder Klose, sitzt weiter im Zwickauer Stadtrat und veröffentlicht zu Hitlers Geburtstag im Internet Gratulationen.
Foto: NPD-Blog.Info, Schick

Die NPD verurteile Terrorismus und Gewalt aufs Schärfste, sagte der neue Chef der Partei, Holger Apfel am Montag. Das war eine glatte Lüge, denn das Verhältnis der NPD zu Gewalt ist seit 2004 ein sehr enges. Damals gab die Partei ihre Distanz zu militanten Neonazis und gewaltbereiten Kameradschaften endgültig auf. Stiefel-Nazis, verurteilte Schläger und Volksverhetzer durften offiziell Karriere in der Partei der biederen Rassisten machen. Sie haben heute an so vielen Stellen der NPD das Kommando übernommen, dass die Partei als „verlängerter Arm der Bewegung“ gilt.

Im Bundesvorstand sitzt etwa mit Eckart Bräuninger ein militanter Neonazi, der schon bei Wehrsportübungen im Brandenburger Wald aufgegriffen wurde und enge Kontakte zu der Neonazi-Organisation „Hammerskins“ sowie dem verbotenen Neonazi-Netzwerk „Blood and Honour“ pflegt. Beispielhaft für den Weg Richtung Militanz ist auch die Personalie Maik Scheffler, der kürzlich zu einem von Apfels drei Stellvertretern im Landesvorstand der NPD Sachsen gewählt wurde. Schefflers Taten sind gerichtsnotorisch: Gefährliche Körperverletzung, Diebstahl, unerlaubter Waffenbesitz, Hausfriedensbruch, Nötigung. Die Vorbereitungen zu Taten veröffentlicht Scheffler unter dem Pseudonym „Sibelius“ in Neonazi-Foren der Freien Netze.

Die Voraussetzungen für ein Verbot

Parteien können in Deutschland laut Artikel 21 des Grundgesetzes nicht durch Behörden, sondern nur durch das Bundesverfassungsgericht verboten werden. Einen entsprechenden Antrag können die Bundesregierung, der Bundestag oder der Bundesrat stellen.

Ein Verbot ist laut Urteil des Gerichts nur zulässig, wenn sich die Partei aktiv gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung der Verfassung stellt. In diesem Fall verfallen sämtliche Abgeordnetenmandate einer Partei im Bundestag beziehungsweise den Landtagen. Das Vermögen der grundgesetzwidrigen Partei wird eingezogen.

In der Geschichte der Bundesrepublik wurde bisher zwei verfassungsfeindlichen Parteien die weitere politische Arbeit untersagt. 1952 wurde die rechtsextreme Sozialistische Reichspartei (SRP) verboten, 1956 die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD).

Die NPD entging im Jahr 2003 einem Parteiverbot. Die rot-grüne Bundesregierung, der Bundestag und der Bundesrat hatten unter Führung des damaligen Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) ein entsprechendes Verfahren angestrengt. Das Bundesverfassungsgericht lehnte ein Verfahren wegen des Einsatzes von V-Leuten in der Führungsriege der NPD aber überraschend ab.

Laut Verfassungsgericht arbeiten in den Jahren um 2003 rund 30 von 200 NPD-Vorstandsmitgliedern in Bund und Ländern mit dem Bundesverfassungsschutz oder entsprechenden Länderbehörden zusammen. „Staatliche Präsenz auf der Führungsebene einer Partei macht Einflussnahmen auf deren Willensbildung und Tätigkeit unvermeidbar“, befand das Verfassungsgericht und stoppte das Verbotsverfahren im März 2003. Ein erneuter Antrag sei aber „ohne Weiteres möglich“, wenn die V-Leute des Verfassungsschutzes abgezogen würden, entschied das Gericht.

Seit 2008 hat er dort rund 180 Beiträge verfasst. So planten Schefflers Gesinnungsgenossen 2009 in Dresden, eine „Polizeiwache anzugreifen und abzufackeln!“ Die Antwort des NPD-Funktionärs Scheffler: „Ohne einen abzustechen? Ist ja langweilig.“ Den Neonazi-Demonstranten empfiehlt der NPD-Mann, immer Hauswände mit linken Parolen zu beschmieren, damit der Zorn der Bürger sich gegen Linke richte.

Scheffler sucht unter den militanten Neonazis der Freien Netze (FN) sogar aktiv nach Kandidaten für die Wahllisten der NPD. Wegen der „dünnen Personaldecke“ der Partei habe die NPD die „Öffnung der Listen für die freien Kräfte“ beschlossen, so Scheffler. Sich selbst begreift er als Vertreter der wachsenden Hausmacht von Neonazis bei der NPD, für ihn ein bezahlter Nistplatz.

Brutale Kooperation in Sachsen

Die Landesverbände sind mit militanten Neonazis durchsetzt – allen voran in Thüringen, dem Schlüsselland der braunen Mordserie. Viele NPD-Meinungsführer pflegen ein Verhältnis zu Gewalt wie Patrick Wieschke, Multifunktionär der NPD Thüringen. Im Mai 2002 wurde Wieschke wegen seiner Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag zu fast drei Jahren Haft verurteilt – sein Anschlagsziel damals: ein Döner-Imbiss in Eisenach.

Enge Verbindungen unterhielt die NPD zudem zur Neonazi-Organisation „Thüringer Heimatschutz“, zu dem auch die Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gehörten. Diese hatten nachweislich enge Kontakte zu den Neonazis Tino Brandt und Ralf Wohlleben, den zwischenzeitlichen Vize-Landeschefs der NPD. Ob in Thüringen, oder in Mecklenburg-Vorpommern – überall sucht die NPD den Schulterschluss mit gewaltbereiten Neonazis. Besonders brutal war die Kooperation auch in Sachsen. Dort verbreiteten die Schlägertrupps der Skinheads Sächsische Schweiz (SSS) jahrelang Schrecken durch brutale Überfälle. Die Gruppierung mit engsten Verbindungen zur NPD und zur Dresdner Polizei wurde im Jahr 2000 durchsucht und verboten. Erst der Einsatz ortsfremder Polizeikräfte führte zu Repression: Die Polizei fand Sprengstoff und Schusswaffen. Politischen Schutz erhielten die Mitglieder der SSS von der NPD, für die sie oft als Saalschutz aktiv waren: Illegale Dokumente wie etwa sogenannte Zecken-Listen von politischen Gegnern deponierten die SSS-Mitglieder auf Computern von NPD-Abgeordneten – brauner Terror mit Immunität.

Im Unterschlupfort des Thüringer Mordtrios, in Zwickau, machte der lokale NPD-Chef Peter Klose kürzlich auf besondere Art auf sich aufmerksam: Als „Paul Panther“ präsentierte er sich im Internet bei Facebook mit der gleichen rosa Comicfigur, die auch die Zwickauer Terroristen in ihrem Propagandafilm verwendeten. Und das, bevor der Terrorfilm von der Polizei entdeckt wurde – was für ein Zufall.

Quelle: Frankfurter Rundschau  http://www.fr-online.de/neonazi-terror/rechtsextreme-neonazi-partei-mit-schlaegertrupps,1477338,11152772.html

 

Weitere Verdächtige im Visier

Neonazis am 14.08.2010 nach ihrem Aufmarsch für eine Kundgebung in Bad Nenndorf.
Foto: dpa

Berlin –  

Die Zwickauer Zelle ist offenbar größer als gedacht - Generalbundesanwalt Range spricht von weiteren Beschuldigten. Zudem ist eine neue Todesliste aufgetaucht - mit etwa 10.000 Namen von möglichen Anschlagszielen.

Die Terrorzelle aus Zwickau ist möglicherweise größer als bekannt. Nach der Neonazi-Mordserie haben die Ermittler weitere Verdächtige im Visier. „Es sind auch weitere Beschuldigte dabei“, sagte Generalbundesanwalt Harald Range nach einem Krisentreffen am Freitag in Berlin. Auch nach möglichen Hintermännern werde gesucht. „Wir haben weitere Personen im Visier“, sagte Range weiter.

Das Neonazi-Trios aus Zwickau hat nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamtes (BKA) möglicherweise von einem Unterstützer-Netzwerk profitiert. Das sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Freitag auf entsprechende Fragen bei der Pressekonferenz nach dem Krisengipfel zur Neonazi-Gewalt in Berlin. Die Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), aus denen das mutmaßliche Mördertrio stammte, habe zeitweise 170 oder 180 Mitglieder gehabt. „Das kann auf ein Netzwerk hinauslaufen.“

Die Lage ändere sich täglich und beinahe stündlich, so Range weiter. Er sei sich bewusst, dass seine Behörde in der Pflicht sei. Sie müsse der Politik die Voraussetzung dafür liefern, den Kampf gegen rechtsextremistische Gewalt zu verstärken: „Wir brauchen die Ergebnisse.“

Nach Medieninformationen haben die Ermittler zwei Thüringer Neonazis ins Visier genommen. Sie sollen das Trio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe unterstützt haben.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft wollte den ZDF-Bericht nicht kommentieren. Der Bericht macht keine Angaben, wie die beiden bis heute in der Szene aktiven Männer den Verdächtigen geholfen haben sollen. Einer der beiden Männer wird in Verfassungsschutzberichten als Vorsitzender eines NPD-Kreisverbandes genannt.

Böhnhardt und Mundlos sind tot. Sie haben sich nach Angaben der Behörden selbst getötet. Zschäpe sitzt in Haft und schweigt bisher zu den Taten. Neben ihr gilt auch Holger G., der in Niedersachsen festgenommen wurde, als verdächtig. Auch in Sachsen und Brandenburg gab es Hinweise auf mögliche Unterstützer.

Zschärpe schweigt weiter

Die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe will entgegen anderslautenden Berichten bis auf weiteres nicht aussagen. „Ich habe heute mit ihr gesprochen und ihr den Rat erteilt, derzeit nichts zur Sache zu sagen. Sie wird diesen Rat auch befolgen“, sagte ihr neuer Anwalt, der Kölner Strafrechtler Wolfgang Herr, am Freitag

Neue Todesliste aufgetaucht

Auf einem neuen Datenträger, der dem Neonazi-Trio zugerechnet wird, sind etwa 10.000 Namen aufgelistet. Darunter sind auch Politikernamen. Berliner Sicherheitskreise bestätigten der Nachrichtenagentur dpa am Freitag die Existenz des Datenträgers. Auf der Liste sollen unter anderem Politiker, Kirchen, Ortsvereine von Parteien und Vereine gegen Rechts stehen. Das Bundeskriminalamt (BKA) schätzt die Auflistung, die mehrere Jahre alt sein soll, laut den Kreisen bisher aber zurückhaltend ein.

Die Zwickauer Zelle, Beate Zschärpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, hatten offenbar viele mögliche Anschlagsziele zusammen gestellt.
Die Zwickauer Zelle, Beate Zschärpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, hatten offenbar viele mögliche Anschlagsziele zusammen gestellt.
Foto: dpa

Es ist nicht die erste Liste der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) um Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Ermittler hatten in der abgebrannten Wohnung der Zwickauer Zelle eine Liste mit 88 Posten gefunden - darunter auch die Namen des Grünen-Bundestagsabgeordneten Jerzy Montag und des CSU-Abgeordneten Hans-Peter Uhl. Das BKA hatte jedoch erklärt, dass es nach bisherigen Erkenntnissen keine konkreten Anschlagspläne gegeben habe.

 

Dankeschön,Merci!!!!!
Heute möchten wir uns bei allen fleissigen Helfern,Suchern und Meldern sowie allen gleichgesinnten und Partnern bedanken!
Dank der guten zusammenarbeit und der hilfe von einzelnen Personen,Vereinen und Organisationen wurden in den letzten tagen wieder einige Rassistische und Menschen verachtende Profile,Gruppen und Seiten gelöscht und können somit nicht mehr ihre Ideologien verbreiten und es werden noch viele in den nächsten Stunden und Tagen folgen!
Wir bedanken uns bei allen die daran beteiligt sind und freuen uns auf eine weitere gute zusammenarbeit und auf weitere Erfolge die wir dadurch erzielen werden.

04.10.2011: Beängstigende Aktionen der rechtsextremen Szene – Nacht und Nebel-Aufmärsche in Masken, mit Böllern und entsprechenden Parolen. Sie marschieren auch nach einem möglichen NPD-Verbot…

 

Bizarre Aktionen von Nazis werden so langsam zur  Gewohnheit. Am 01. Mai 2011 marschierten spontan ca. 1.000 Nazis mit weißen Masken ausgestattet und Böllern durch Bautzen. Der aktuelle Spontan-Aufmarsch mit ca. 140 Nazis im sächsischen “Stolpen” war der der dritte bekannt gewordene Spuk der rechtsextremen Szene.

 

Anwohner Stolpens beschreiben die Szenerie als beängstigend. Die 140 Nazis, die am Wochenende durch ihren Ort marschierten, skandierten typische bekannte rechstextremistische Sprüche wie “frei, sozial und national” oder “hier marschiert der nationale Widerstand!”. Das Ganze dauerte offenbar nur ca. eine Viertelstunde. Die eintreffende Polizei, die zumindest alarmiert wurde konnte nur noch übergebliebene wieße Masken einsammeln und die Personalien von zehn Personen aufnehmen.

 

Solcherlei Aufmärsche könnten aus Gruselfilmen stammen. Offensichtlich scheint die rechtsextreme Szene neue Wege zu suchen die Straße erobern zu wollen. Eben die Eroberung der Straßen kündigen gar NPD Funktionäre für die Zukunft an. Nachdem die großen Aufmärsche in Dresden, Berlin und sonstwo in Deutschland auf immer mehr Widerstand der Zivilgesellschaft stossen, scheint die Szene einen illegalen Weg zu suchen, sich martialisch präsentieren zu können. Nach dem Motto “Wir lassen uns nicht unterkriegen” präsentieren sich die Nazis schwarz verkleidet mit weißen Masken in der Nacht.

 

Für uns ist die Frage immer wieder gegeben, was wohl passieren würde, wenn ein NPD-Verbot (wird immer wieder nach Whlen und Vorkommnissen gefordert) durchgezogen würde. Die, die nachts ihrer Ideologie frönen und dabei keinen Hehl daraus machen andere Meinungen nicht zuzulassen, gegebenenfalls mit Gewalt, lassen keinen Zweifel daran, dass diese Szene auch nach einem Verbot existent bleibt. Klar, die Gelder die die NPD durch ihre Zulassung einstreicht sind bitter. Trotzdem könnte ein Verbot dieser rechstextremen Partei dazu führen, dass unsere Gesellschaft sich beruhigt schlafen legt, während das Gruselkabinett im Dunkeln weiter marschiert. J. M. für LGN

 

Quelle: Laut gegen Nazis

 

Link:  http://www.lautgegennazis.de/blog/2011/10/04/04-10-2011-beangstigende-aktionen-der-rechtsextremen-szene-nacht-und-nebel-aufmarsche-in-masken-mit-bollern-und-entsprechenden-parolen-sie-marschieren-auch-nach-einem-moglichen-npd-verbot/

 

Neonazi erfasst Linksextremen mit Auto

Nach ersten Aussagen der Polizei soll in Emmendingen eine Gruppe Linksextremer einen Neonazi angegriffen haben. Als dieser im Auto die Flucht ergriff, erfasste er einen 21-jährigen Mann aus der Gruppe und verletzte ihn schwer. Die Hintergründe der Auseinandersetzung sind noch unklar.

reloaded
Einem Bericht der „Badischen Zeitung“ zufolge kam es am Samstagabend zu dem Vorfall. Eine Gruppe Vermummter, bei denen es sich laut Polizeiangaben um Linksextremisten gehandelt haben soll, hätte auf einem Parkplatz in Riegel bei Emmendingen einen 29-jährigen Rechtsextremen angegriffen. Dieser versuchte mit seinem Auto die Flucht zu ergreifen.

Dabei erfasste er mit seinem Fahrzeug einen 21 Jahre alten Mann aus der Gruppe der Angreifer und verletzte ihn schwer. Der Mann musste in der Notversorgung der Uniklinik Freiburg behandelt werden. Sein Zustand sei laut Polizeiangaben am Samstagabend kritisch gewesen.

Die Kriminalpolizei Emmendingen hat in der Zwischenzeit die Ermittlungen aufgenommen. Vor allem soll die Frage geklärt werden, ob der flüchtende Autofahrer den 21-Jährigen mit Absicht angefahren hat. Auch die genauen Hintergründe der Auseinandersetzung seien noch nicht geklärt.

 

Quelle: Endstation Rechts

 

http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=6519%3Aneonazi-erfasst-linksextremen-mit-auto&Itemid=840

 

Nazi-Verbot!

Verbot für Neonaziverein HNG

21. September 2011 11.34 Uhr, dapd/B.Z.

Am Mittwoch wurde der bundesweit größte Neonaziverein "HNG" vom Innenministerium verboten.

Am Mittwoch hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) den bundesweit größten Neonazi-Verein, die „Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e.V.“ (HNG), verboten. Wie das Innenministerium in Berlin mitteilte, gab es bei führenden Vereinsmitgliedern in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Durchsuchungen. Friedrich erklärte, es sei nicht länger hinzunehmen gewesen, dass inhaftierte Rechtsextremisten durch die HNG in ihrer aggressiven Haltung gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung bestärkt worden seien.

 

Die Organisation habe unter dem Deckmantel einer vermeintlich karitativen Betreuung von Strafgefangenen inhaftierte Rechtsextremisten in ihrer nationalistischen Überzeugung bestärkt, teilte das Bundesinnenministerium mit. Das ausgewertete Material aus den Razzien habe verdeutlicht, dass sich die HNG „dem aktiven Kampf gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung“ verschrieben habe.

 

Es sei gerade Ziel der HNG, straffällig gewordene Rechtsextremisten zu resozialisieren, sondern im kriminellen rechtsextremistischen Spektrum dauerhaft zu verankern. Friedrich sagte weiter, der Verein habe zur Radikalisierung der Neonaziszene beigetragen. Mit Solidaritätsbekundungen und finanzieller Unterstützung habe sie über den einzelnen inhaftierten Rechtsextremisten hinaus zugleich auch die rechtsextremistische Szene als Ganzes gestärkt: „Dem galt es, mit den Mitteln der wehrhaften Demokratie wirksam entgegenzutreten.“

 

Der Verein wurde 1979 geggründet. Die HNG hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Die HNG ist mit rund 600 Mitgliedern der größte bundesweit tätige Neonazi-Verein in Deutschland.

 

Quelle: dapd/B.Z.


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